Kann man mit LED Deckenleuchten wirklich Geld sparen?

Als ich vor kurzem einen Freund besucht, der gerade in eine neue Wohnung umgezogen war, fiel mir sofort auf, dass er eine LED-Deckenleuchte installiert hatte. “Klasse,” dachte ich mir “wenn ich jetzt neue Lampen kaufen müsste, würde ich auch zu LEDs greifen.” Doch ist das eigentlich sinnvoll? Rechnen sich LED-Lampen an Wand und Decke und wenn ja wann? Wie lange muss eine LED-Leuchte an der Decke leuchten, bis es sich finanziell wirklich rentiert und nicht nur um ein technischen Gimmick handelt?

Bevor wir irgendwelche Zahlen in den Raum werfen sollten wir erstmal die Kostenfaktoren klären, die zum Einsparpotential einer mit einer LED-Lampe in Wohnräumen führen können:

  • Anschaffungspreis
    In meinem Szenario gehe ich von der Situation aus, dass egal wie eine Lampe angeschafft werden muss. Es soll also nicht unbedingt eine noch funktionierende herkömmliche Deckenlampe (sprich Wolfram-Glühlampe oder Halogen) ersetzt werden, sondern eine neue Leuchte angeschafft werden. Für unsere Rechnung relevant ist somit also die Preisdifferenz zwischen LED- und herrkömmlicher Deckenleuchte.
  • Stromkosten bzw. Stromverbrauch
    Eine LED spart bei gleicher Leuchtleistung gegenüber einer herrkömlichen Glühlampe deutlich Strom ein. In der Vergangenheit hatte sich mir der Umrechnungsfaktor 1W LED entspricht ca. 10W konventionell als am brauchbarsten erwiesen.

    Zugegebener Maßen kommt diese Zahl allerdings aus dem Bereich der Veranstaltungstechnik, wo häufig mit vielen bunten Farben hantiert und immer die neusten und besten Marken-LEDs verwendet werden. Für die herrkömmliche Deckenlampe wird diese Zahl wohl geringer liegen. Auf Wikipedia findet sich eine schöne Tabelle, die die Lichtausbeute verschiedener Leuchtmittel vergleicht. Eine typische LED weiße LED wird dabei mit rund 65 lm/W angegeben, eine 40W-Glühlampe mit 10 lm/W und ein Halogenspot mit 16lm/W. Letztere Zahl ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da sie sich auf eine 100W-Halogenlampe bezieht und Halogenlampen bei größerer Leistungsaufnahme effizienter werden.

    Somit sollte sich mit Faktor 5 also ein guter Mittelwert finden lassen. Mit anderen Worten eine LED-betriebene Deckenleuchte benötigt ein Fünftel des Stroms eines herrkömlichen (Halogen-)Deckenstrahlers bzw. für die gleichen Stromkosten brennt die LED-Leuchte 5 mal so lange

  • Leuchtzeit
    Um den absoluten Stromverbrauch bestimmen zu können, ist natürlich von Relevanz wie lange die Leuchte überhaupt leuchtet. Ich gehe von einem aktiv genutzten Wohnraum aus und werfe als Jahresdurchschnitt einmal folgende Zahl in den Raum: 6 Stunden pro Tag. Dies könnten also im Winter durchaus auch mal 8 Stunden sein (z.B. von 16:00 bis 0:00) und im Sommer beispielsweise 4 (z.B. von 20:00 bis 24:00) Uhr. Im Jahr wären das dann 2190 Stunden.
  • Strompreis
    Im Jahr 2010 betrug der durschnittliche Strompreis in Deutschland rund 0,237€ pro kWh. (Kilowattstunde)
  • Leuchtmittelwechsel
    LEDs halten in der Praxis rund 50,000 Stunden und damit deutlich länger als herrkömmliche Glühlampen. Diese müssen also in regelmäßigen Abständen ausgewechselt werden, was neben kurzem Aufwand auch weitere Anschaffungskosten verursacht.

Welche Deckenleuchte?

Led-Deckenleuchte

Dieses Schicke Modell gibt es sehr günstig bei Amazon zu bestellen. Wer sich dafür interessiert, einfach auf das Bild klicken und man landet direkt bei Amazon mit allen weiteren Infos. (Bildquelle: Amazon.de)

Nachdem nun alle theoretischen Faktoren geklärt sind wird es Zeit uns zwei Beispielmodelle für unseren Test herauszusuchen. Als LED-Deckenleuchte habe ich bei Amazon dieses Modell gefunden, das in der Anschaffung rund 63€ kostet, schick aussieht und insgesamt gute Bewertungen erhalten hat. In einer der Rezensionen heißt es, dass der Strahler mit insgesamt 9W heller ist als eine vorherige Lampe mit 80W. Nach unser theoretischen Rechnung sollte sie von der Helligkeit in etwa einer 50W Lampe entsprechen, wir benötigen also ein Vergleichsprodukt zw. 50W und 80W. Dieses schicke Modell eines herrkömmlichen Deckenspots wird mit maximal 3x28W, also insgesamt 84W betrieben und passt daher in etwa in unsere Kriterien, der Preis liegt bei rund 30€.

Für einen faireren Vergleich nutzen wir nicht das maximal mögliche Leuchtmittel, sondern 3x20W. Damit kommen wir auf insgesamt 60 W bzw. 600 Lumen Lichtstrom. Das sollte sehr gut mit unseren LEDs Vergleichbar sein. Die Halogenbirne kostet 2,40€ pro Stück. Somit gilt es also eine Differenz von 33€ im Anschaffungspreis gegenüber 3 * 2,40€ = 7,20€ pro Lampenwechsel über die Jahre Wett zu machen. Die Kosten für den Lampenwechsel bei der Halogenlampe heruntergerechnet auf die Betriebsstunde (der gesamten Lampe, nicht pro Leuchtmittel) ist also 0,36cent – diese Kosten fallen bei der LED-Lampe weg.

Der Stromverbrauch von LED- und Halogenlampe im Vergleich

Nun also zu den Stromkosten. Wir gehen (s.o.) von 6h pro Tag aus, was uns jeweils die folgenden Stromkosten beschert:

Halogenspot 60W LED-Spot 9W
Leistung 60W 9W
Strompreis 0,237 €/kWh 0,237 €/kWh
Kosten pro Stunde 0,01422 € 0,002133 €
Kosten pro Tag 0,08532 € 0,012798 €
Kosten pro Jahr 31,14 € 4,67 €
Kosten Leuchtmittel pro Jahr 7,88 € 0 €* 
Gesamtersparnis pro Jahr 34,35€

* = Natürlich halten auch LED-Lampen nicht für immer, 0€ ist also nur bedingt richtig. Wenn man allerdings von 50.000 Betriebsstunden ausgeht, würde die LED fast 23 Jahre halten. 23 Jahre behält wohl schon alleine aus Design-Gründen keiner die Lampe. Aber abgesehen davon, hätte sich, wie sich gleich rausstellt der LED-Lampen-Anschaffungspreis bis dahin lange vielfach amortisiert.

Ab wann lohnen sich also die Mehrkosten für eine LED-Deckenleuchte?

Bei durschnittlich 6 Stunden Betrieb pro Tag lassen sich mit der LED-Lampe also satte 34,35€ pro Jahr sparen.Nach rund 11,5 Monaten sind die Mehrkosten für die LED-Deckenleuchte also schon wieder hereingeholt.

Da das Einsparpotential doch recht enorm ist stellt sich die Frage, ob es sich nicht sogar lohnt eine bestehende voll-funktionsfähige Halogen-Deckenleuchte sofort abzumontieren und eine neue LED-Leuchte zu kaufen. Denn nach bereits 22 Monaten (1 Jahr und 10 Monate) ist der gesamte Anschaffungspreis schon wieder herausgeholt.

Na dann, nichts wie an’s austauschen. Sehr schöne LED-Deckenleuchten gibt es übrigens (meistens sogar Versandkostenfrei) bei Amazon.

Die in diesem Artikel verwendeten Zahlen haben selbstverständlich recht großen Einfluss auf das Endergebnis. Wer der Meinung ist eine von mir verwendete Zahl ist unrealistisch möge dies doch bitte in den Kommentaren Bescheid geben. Über konstruktive Kommentare freue ich mich jederzeit. Danke.

Etienne

Etienne

Etienne ist der Gründer dieses Blogs kümmert sich im echten Leben um die Entwicklung, Gestaltung und Vermarktung von Webseiten wie dieser. Er ist großer Fan von hoher Energieeffizienz und beschäftigt sich daher schon seit vielen Jahren mit der LED-Technologie. Etienne kann man auch auf finden oder per Email erreichen.
Etienne
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5 Responses

  1. Henry Graber says:

    Hey also das stimmt aufjedefall. Ich hab mir letztes Jahr hier eine gekauft und mein Strimverbrauch hat deutlich abgenommen. Wüsste nicht woran das sonst liegen könnte.
    Bin jedefalls sehr zufrieden mit meiner Lampe.

  2. Henry Graber says:

    Hey also das stimmt aufjedefall. Ich hab mir letztes Jahr hier eine gekauft und mein Strimverbrauch hat deutlich abgenommen. Wüsste nicht woran das sonst liegen könnte.
    Bin jedefalls sehr zufrieden mit meiner Lampe.

  3. Mein Name says:

    Du schreibst:
    “23 Jahre behält wohl schon alleine aus Design-Gründen keiner die Lampe.”
    Was ich für Unsinn halte. In den meisten Privathäusern werden die Lampen niemals ausgetauscht, solange sie noch funktionieren!

    • ledsolarlampe.de says:

      Hallo anonymer Kommentator :)

      Ja und nein. Das kommt sicher ein bisschen auf die Umstände an. Statte ich mein eigenes Haus oder meine Eigentumswohnung mit hochweritigen Lampen und Gegenständen aus, habe ich sicher das langfristige Aussehen im Kopf. Aber gerade in Mietwohnungen wechselt man öfters mal das Design, weil man nicht für die Ewigkeit ausstattet. In welchem Rhythmus werden Zimmer renoviert? Wird dabei die Lampe auch ersetzt? Sicher hängt es auch davon ab, ob man ein eher zeitloses Design wählt oder eins, an dem man sich schnell satt sieht.

      Danke für deine Meinung und liebe Grüße
      Etienne

  4. Paulino says:

    Die Geldfrage wird immer leichter zu beantworten, je mehr die Preise fallen. Man kann ja auch schrittweise nachrüsten. Im Zweifelsfall würde ich auch eher Markenware empfehlen, das rechnet sich meistens dann doch. Es gibt schöne und hichwertige Philips LED Leuchtmittel, die mittlerweile auch erschwinglich sind. Und man spart ja im Endeffetk auch nicht nur Geld, sondern tut auch der Umwelt Gutes.

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